Rubrik: Babyboom im Freundeskreis - Eine Zeit, die man hätte eh nicht verhindern können.

9. Juli 2017

Wir trafen uns in einem kleinen Café. Ich war als erstes da, nahm am reservierten Tisch platz und warte auf meine Freundin. Sie kam recht zügig, wir umarmten uns, bestellten etwas zum frühstücken und traschten über die letzte Zeit. Und dann erfuhr ich, das meine beste Freundin schwanger war.



Monatlich bekomme ich über Social Media Seiten wie Facebook oder Instagram, Whatsapp oder im Gespräch gesagt, das Freunde, enge Bekannte oder Arbeitskollegen schwanger sind oder Heiraten werden. Man freut sich, möchte alles wissen, fragt tausend Fragen ohne direkt es richtig zu begreifen. Was? Meine Freundin ist schwanger! Heiraten? Ein Baby, ein kleiner Krümel, ein neuer Erdbewohner wächst in ihr heran und will die Welt entdecken.

"Eine wunderschöne Schocknachricht 
die ich in letzter Zeit sehr oft zu spüren bekomme."

Den vor ein paar Jahren sah die Welt noch ganz anders aus. Wir gingen gemeinsam feiern, shoppten uns durch die gesamte Stadt und haben viel Zeit miteinander verbracht. Wir verabredeten uns zum Schminken und Stylen, sangen Lieder und hielten uns eine Haarbürste vor dem Mund, die das Mikrofon symbolisieren sollte. Wir aßen Pizza, schauten uns die neusten Filme im Kino an und tranken den ein oder anderen Cocktail zu viel.



Manchmal begreif ich viel zu spät, wie schnell die Zeit rast. Unglaublich, wenn man sich an das was früher war erinnert und schaut, was daraus geworden es. Aber dadurch wurde mir ganz schnell bewusst, dass die Zeit nicht innehält und Menschen sich verändern. Dinge ihren Lauf nehmen und jeder seinen eigenen Weg geht. 

Das Frühstück wurde gebracht, doch richtig konzentrieren und genießen konnte ich mich darauf nicht. Ich war in einer Art Trans und habe meine Freundin mit Fragen gelöchert, sodass sie zu keinem einzigen Bissen kam. Sie erzählte und erklärte mir alles, wies mich auf ein paar Sachen hin und zuckte nicht mit der Schulter, wenn eine neue Frage von mir aufkam.

Und dennoch bin ich froh, dass jeder von uns seinen eigenen Weg geht. Jeder selbst für sich bestimmen kann, was er möchte und mag. Und Entscheidungen trifft, die für einen wichtig sind.

Nur im Moment ist es einfach extrem, die Meldungen wie sich Freunde wandeln und ihr eigenes Leben in vollen Zügen genießen. Versteht mich bitte nicht falsch, ich wünsche jedem das er seinen Weg geht. Auch ich genieße meine Entscheidungen, wie ich sie getroffen habe. Aber dennoch spürt man, dass sich mit dem Alter neue Türen öffnen, andere wiederum schließen. Veränderungen zeigen einem erst, wie sich alles gewandelt hat.



Ich freue mich auf die neue Zeit mit Kind und Freundin, auf die neuen Momente die wir genießen werden. Wir werden neue Sichten haben, uns über neue Themen unterhalten und uns auch anderen Dinge zum Geburtstag schenken. Und dennoch wird es komisch sein, nicht mehr zu zweit - sondern ab sofort zu dritt zu sein. 

Ich nahm sie in den Arm, drückte sie ganz fest und hielt sie lange bei mir. Diese Verabschiedung war herzlich und emotional. Doch am Ende trennten sich unsere Wege, sie in Richtung Norden und ich in Richtung Süden. Aber im Herzen wissen wir, das wir weiterhin füreinander da sind, uns unterstützen und uns alles sagen können. Dennoch lebt sie ihr - und ich mein Leben. 
Und das ist verdammt nochmal gut so!


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